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Wie tausche ich die Königin in der Oberträgerbeute aus?

Palastrevolution

 

Wenn die Bienen mir nicht gefallen. Wenn sie zum Beispiel aggressiv sind, übermäßig schwarmlustig sind oder Kalkbrut zeigen, werden die Königinnen ausgetauscht. Außerdem wechsele ich alle 3 Jahre grundsätzlich die Königinnen aus, um das genetische Niveau meiner Bienen aber auch der Drohnen, die sie mit den standbegatteten Bienenköniginnen der benachbarten Imker paaren, zu erhalten. Versäumt man diesen Rhythmus gibt es schnell böse Stecher. Erwerbsimker, Züchter und Hobbyimker sind hier aufeinander angewiesen.

Angepasst an die Hobbyimkerei werden Königinnen bei mir grundsätzlich wie beschrieben zugesetzt, auch wenn es vielleicht noch bessere Methoden (siehe Ausführungen zum Miller-Käfig weiter unten) gibt. Wie beschrieben, wird der mitgelieferte Käfig zum Einweiseln genutzt. Mittlerweile gibt es auch einen Kunststoffkäfig mit zwei Zugängen, dieser funktioniert nach dem Prinzip des Miller-Zusetzkäfigs, der Käfig und Methode in einem verbindet.

Vorgehen:

1. Die ankommenden Bienen werden mit etwas Wasser eingesprüht.

2. Das Gesundheitszeugnis wird kontrolliert.

3. Der Weiselkäfig wird Blumendraht oder Kabelbindern an einen Oberträger mit     Anfangsstreifen angebracht.

4. Der äußere Verschluss zur Futterkammer wird ausgebrochen (nicht nur aufgebogen).

5. Durch den Futterteig wird ein Duftkanal mit einer Stecknadel gebohrt.

 Weiselkäfige an OberträgernWeiselkäfige an Oberträgern

Duftkanal stechenDuftkanal stechen

6. Die Königin des Volkes, dessen Königin erneuert werden soll wird gesucht und entnommen (getötet oder in einem Ableger/Begattungskästchen untergebracht). 

7. Jetzt noch bevor die Weiselunruhe ausbricht, wir der Oberträger mit der neuen Königin inklusive der Begleitbienen mitten ins Brutnest eingehängt. das Volk wird geschlossen und für 2-3 Wochen in Ruhe gelassen. (Die Methode der Umweiselung ohne Weisellosigkeit habe ich von O. Boecking übernommen.)

War die Königin ungezeichnet, wird sie erst bei einer der nächsten Kontrollen gezeichnet, um den Stress und die notwendige Zeit während des Umweiselns gering zu halten. (Schließlich kommen meist alle Königinnen zusammen in einer Lieferung.)

Der leere Oberträger mit Anfangsstreifen nutzt den Effekt des Wohlgemuthskäfig, dass sich junge, friedliche Baubienen um den Käfig sammeln. Die Vorgehensweise ist mit jedem Käfig durchführbar. Bei eigenen Königinnen können gebrauchte Käfige wiederverwendet werden. Der fehlende Verschluss kann mit Klebeband zur Vorbereitung verschlossen werden. Nach der Kontrolle werden die leeren Käfige entfernt. Aus einem Stück Wabe ohne Brut formt man einen Starterstreifen und presst in mittig an den Oberträger, wo zuvor der Zusetzkäfig saß.

 NacharbeitNacharbeit

Erstmal beschnuppern...

Mittlerweile gibt es auch einen Kunststoffkäfig mit zwei Zugängen, dieser funktioniert nach dem Prinzip des Miller-Zusetzkäfigs. Wie der oben genannte Wohlgemuthkäfig verbindet der Miller-Käfig also Zusetzkäfig und Methode in Einem. Der Miller-Käfig besitzt 2 Zugänge  (1) und (2) die mit Zuckerteig (oder Marshmallows) zum verschlossen werden. Die Bienen können sich zur Königin durch beide Zugänge durchfressen. Die Bienen erreichen die Königin erst durch den kürzen Gang (1), der ganz oder beim Übergang in die Königinnenkammer zu klein für die Königin gestaltet. So kommen erst nur die wenigen freundlichen Arbeiterinnen zur Königin in die Kammer, die sie ausfressen. Die Bienen verteilen den Königinnenduft im Volk. Erst danach wird die Königin befreit und trifft auf die, dann nicht mehr für sie gefährlichen Flugbienen. Wenn man Glück hat, bekommt man seine Königin bereits in solchen Käfigen vom Züchter. (Käfige für einen längeren Postversand besitzen im hinteren Teil noch ein Schaumstoffkissen als Wasserspeicher für die Bienen.) Das Zusetzen ist dann noch sicherer. (Zukünftig wird man solche Kleinteile für die Imkerei im  mehr mit einem 3-D-Drucker selbst reproduzieren können.)

Zum Warmwerden...Zum Warmwerden...

Umweiseln und Totalbauerneuerung verbinden.

Da Königinnenaustausch und Wabenerneuerung den gleichen Rhythmus haben, kann man auch alles Verbinden und sich die Arbeit auch noch erleichtern.

So wird der Flugling zum Zauberling.

Ein Vorteil der Umweiselung ohne Weiselunruhe ist, das man keine Vorbereitungen braucht, wenn man nicht genau weiß, wann die bestellten Königinnen ankommen werden. Ein Nachteil ist, dass man die alte Königin finden muss. Damit man nicht ins Schwimmen kommt, benutzte ich eine leere Beute als Fallschirm. Die Beute wird als Beutenbock verwendet, während die auszutauschende Königin gesucht wird. Wurde die Königin nicht gefunden, bildet dieser Beutenbock einen Brutableger, das Volk am ursprünglichen Ort wird  zum Flugling mit 2-3 jungen Waben mit Futter ohne Brut. Die neue Königin wird in den Flugling gehängt. Dort wird sie sicher angenommen. Nach einer Woche kann die alte Königin leicht im Brutableger ohne seine Flugbienen gefunden werden. Entweder die Völker werden wieder vereint, oder ich schiebe die Vereinigung hinaus, töte die alte Königin, die sowieso ausgetauscht werden sollte. Dann lasse ich das Volk für 22 Tage in Ruhe. Jetzt sind alle Waben ohne Brut. Alle alten Waben werden aussortiert oder geerntet. Die Bienen werden dem Flugling mit der neuen Königin zugefegt. Die nachgeschaffene junge Königin des Brutablegers ist relativ leicht zu finden und wird getötet. (Ein Zwischenableger zur Wabenausschleusung kann auch ohne Austausch der Königin vorgenommen werden. Die zu erhaltende Königin kommt in den Flugling. Wird die Königin nicht gefunden, erhält der Fluglinge eine Bannwabe mit offener Brut. Beim der nächsten Durchsicht kann die Königin in den Flugling eingeweiselt und die Nachschaffungszellen auf der Bannwabe zerstört werden. Die 22 Tage bis zur Altwabenentnahme beginnen von vorne. Der Flugling ohne Brut kann in den ersten 9 Tagen und der Brutableger mit der Nachschaffungskönigin kann ab dem 22 Tag mit Milchsäure behandelt werden, wenn in dieser Bienensaison kein Honig mehr aus den Völkern geerntet werden soll oder der Ableger aufgelöst wird und die Waben eingeschmolzen werden. Da ich die Milchsäurebehandlung auf Waben mit ansitzenden Bienen deutlich einfacher finde, verlängere ich die brutlose Zeit um ein paar Tage, in dem Ich die junge Königin fange und in einen Weiselkäfig sperre der unter einen leeren Oberträger ins Volk gehängt wird. Nach der Behandlung kann der Ableger aufgelöst und die Waben können eingeschmolzen werden.)

Erstellt am 2019-06-14

Stand vom 2022-05-10